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HomeReviewWest Bound – Volume I
Das Cover des West Bound-Albums "Volume I"

West Bound – Volume I

Das Cover des West Bound-Albums "Volume I"

Wertung
4.5/7 Punkten


Info
VÖ: 22.02.2019
Label: Frontiers Music
Spielzeit: 00:49:36


Line-Up
Chas West – Vocals
Roy Z – Guitar
Jimmy Burkard – Guitar
Jason Cornwell – Bass
Dave Moreno – Drums

Gastmusiker:

Brian Tichy – Bass, Guitar, Drums


Tracklist
Never Surrender
Dance Of Life
Ain’t Gonna Drown
Beautiful Dream
Nothing
Roll The Bones
On My Own
Keeper Of The Flame
Turn To You
No Room For Sympathy
Traveller

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Roy Z ist in der Metal-Szene bestens vernetzt: Als Gitarrist spielt er u.a. in den Solo-Bands von Bruce Dickinson, Rob Halford und Rob Rock und als Produzent und Tontechniker arbeitete er für Größen wie HELLOWEEN, SEPULTURA und YNGWIE MALMSTEEN, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Nun haben Frontiers Records den Kalifornier in die Finger bekommen und ihn prompt in einem Projekt um RESURRECTION KINGS–Sänger Chas West verwertet. Selbiges hört auf den Namen WEST BOUND und debütiert dieser Tage mit „Volume I“.

 

„Auf ‚Volume I‘ liefern WEST BOUND gut gelaunten, leichtfüßigen Hard Rock ab und schaffen es, abseits ausgetretener Pfade zu wandeln.“

 

Geht es um Veröffentlichungen aus dem Hause Frontiers, ist ein gewisser Alessandro Del Vecchio normalerweise nicht weit, allerdings taucht die rechte Hand von Label-Boss Serafino Perugino im Falle von WEST BOUND weder in der Besetzung noch in den Credits zum Songwriting auf. Entsprechend klingt die Truppe auf „Volume I“ auch weitaus individueller, als man es von derlei „Supergroups“ der italienischen Plattenschmiede gewohnt ist: Mit „Never Surrender“ findet die Platte einen kernig-treibenden und durchaus metallischen Einstieg und kann mit einem großartigen Refrain punkten – schon hier wird das enorme Talent von Frontmann Chas West deutlich, der wie eine Mischung aus David Coverdale, Rob Halford und Robert Plant klingt und auf dieser Platte weit mehr von seinem Talent Gebrauch macht als auf dem RESURRECTION KINGS-Debüt. In den übrigen Songs scheinen WEST BOUND von einer Vielzahl von Einflüssen geprägt, denn die Truppe rangiert im weiteren Verlauf des Albums zwischen etlichen Hard Rock-Spielarten und legt mit „Volume I“ somit eine überraschend vielseitige erste Platte vor. Zwar wird es ab „Dance Of Life“ überwiegend etwas seichter und verspielter als im schiebenden Opener, das hat jedoch durchaus seinen Charme. Während „Ain’t Gonna Drown“ wie neuere WHITESNAKE klingt, erinnert die Truppe in „Keeper Of The Flame“ – nicht zuletzt dank es Gesangs von Mr. West – an „Fire Woman“ von THE CULT und das abschließende „Traveller“ ist mit orientalischen Tonleitern und hypnotischen Melodien zweifelsohne an RAINBOWs „Gates Of Babylon“ angelehnt. Mit diesem Stilmix gelingt es WEST BOUND tatsächlich, sich von den meisten ähnlich gearteten Bands abzusetzen und das muss in jedem Fall honoriert werden. Starke Songs haben die Herren also zu bieten, in Sachen Produktion machen sie es ihrer Hörerschaft leider nicht ganz so einfach: Zwar punktet „Volume I“ mit einem warmen, organischen Schlagzeug-Sound – hier wurde garantiert ohne Trigger oder Samples gearbeitet – und auch der Bass ist schön voluminös abgemischt, allerdings ruiniert der furchtbare Gitarrensound viel von diesem soliden Fundament. Während im Opener ein arg unpassender Modulationseffekt über den Rhythmus-Gitarren zu liegen scheint wird der Gitarrensound in den übrigen Songs oft etwas dünn oder verwaschen, was den an sich starken Nummern auf „Volume I“ den Druck nimmt. So schrammen WEST BOUND mit ihrem ersten Album hauptsächlich aufgrund der verkorksten Produktion an wahrer Größe vorbei – das ist umso bedauerlicher, da ihr Album von einem ebenso erfahrenen wie angesehenen Studioarbeiter wie Roy Z produziert wurde.

 

Auf „Volume I“ liefern WEST BOUND gut gelaunten, leichtfüßigen Hard Rock ab und schaffen es trotz der Tatsache, dass ihre Vorbilder in vielen der Nummern deutlich zu erkennen sind, abseits ausgetretener Pfade zu wandeln. Hartgesottene Headbanger dürften etwas enttäusch werden, da die Herren nach dem wuchtigen Opener merklich vom Gas gehen, wer jedoch Spaß an vielschichtiger Rockmusik mit Hang zur tanzbaren Leichtfüßigkeit hat, dem werden bei WEST BOUND viele spannende Ansätze geboten. Schade nur, dass „Volume I“ lange nicht so gut klingt, wie es dank Roy Z eigentlich sollte…

Thomas Meyns / 22.02.2019

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