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HomeReviewWolfheart – Constellation Of The Black Light
Das Cover von Constellation Of The Black Light

Wolfheart – Constellation Of The Black Light

Das Cover von Constellation Of The Black Light

Wertung
6.0/7 Punkten


Info
VÖ: 28.09.2018
Label: Napalm Records
Spielzeit: 00:41:54


Line-Up
Tuomas Saukkonen – Vocals, Guitar
Mika Lammassaari – Guitar
Lauri Silvonen – Bass
Joonas Kauppinen – Drums


Tracklist
Everlasting Fall
Breakwater
The Saw
Forge With Fire
Defender
Warfare
Valkyrie

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Mit Constellation of the Black Light veröffentlichen die finnischen Winter-Metaler um Mastermind Tuomas Saukkonen bereits ihr 4.Studioalbum. Waren ihre bisherigen Auswüchse bislang von Kritikern und Fans gleichermaßen geschätzt, veröffentlichen sie nur ein Jahr nach „Tyhjyys“ bereits ein weiteres Werk, gefüllt mit der typischen finnischen Melancholie. Kann Wolfheart die Qualität weiterhin hoch halten oder wird es beim vierten Streich eine böse Enttäuschung?

 

 

„Tuomas Saukkonen spinnt seine Vision von cineastischen Death Metal finnischer Prägung konsequent weiter und zeigt, wie man 2018 in diesem Sub-Genre einen hochkarätigen Output ohne erzwungenen Klargesang oder poppigen Strukturen abliefert. „

 

Weit gefehlt. Jedes WOLFHEART Album zeichnet eine gekonnte Progression aller bisherigen Stilmittel aus. War „Tyhjyys“ ein fast bildgewaltiger Koloss mit vielen Kontrasten, die schnellen Songs waren schneller und die epischen Songs waren schneller, wurde bei „Constellation Of The Black Light“ darauf geachtet, diese Kontraste nicht weiter zu vertiefen, sondern sie weiter zu perfektionieren. Eindrucksvoll sichtbar wird dies bereits beim monumentalen Opener „Everlasting Fall“, der nicht unter 10 Minuten ins Ziel geht. Eisige Akustikgitarren leiten den Song ein, der gleichzeitig als Einleitung für das Album herhalten muss. Ein cleverer Schachzug. Aber wir wissen ja: Die Finnen mögen ihre Intros. Kennt man WOLFHEART, findet man sich hier schnell heimisch.  Schnell gesellt sich der Rest dabei und man kann erstmals die wunderbaren symphonischen Klänge belauschen. Diese klingen wesentlich organischer und fügen sich nahtlos in den Sound ein. Eingespielt wurden sie wieder von Olli Savolainen (SHADE EMPIRE). Kurze Zeit später bricht unvermittelt die Raserei los und es erinnert ein wenig an den Opener der letzten Platte „Boneyard“. Vergleichbar sind beide Songs trotzdem nicht. „Everlasting Fall“ begeistert wieder mit einem unfassbar dichten und intensiven Songaufbau, der im gewaltigen und emotionalen Refrain mündet. Hier zeigt sich wieder das Talent von Tuomas Saukkonen, Songs spannend und schlüssig aufzubauen. WOLFHEART ziehen bereits hier alle Register ihres Könnens und setzen im ersten Song ein Statement. Veredelt wird es von der, wie immer, überragenden Gitarrenarbeit von Mika Lammassaari. Was für ein Einstand! Und die wilde Fahrt nimmt noch mehr Geschwindigkeit auf. In der ersten Single-Auskopplung „Breakwater“ werden keine Gefangenen gemacht, stark dem Black Metal angelehnte Riffs, tiefe Growls…der Song wird über euch wie ein Tornado hinweg fegen! Neben dem griffigen Refrain überrascht der Song mit viel Dynamik und wunderbaren Melodien. Die gesamte Produktion ist gewaltig und spektakulär. Immer wieder kommt ein gewisses cineastisches Flair auf, was WOLFHEART langsam perfektionieren. „The Saw“ überrascht dann allerdings wieder. Das Soundbild wird hier wieder wesentlich kompakter, ein behutsam eingebautes Klavier sorgt hier für weitere Akzente. Herauskommt der melodischste Song des gesamten Albums, der trotzdem mit viel Wucht und Aggression daher kommt. Dazu steht im krassen Kontrast das verstörende Musikvideo, das den einen oder anderen dazu zwingt, wegzuschauen. Nach nur 3 Songs haben WOLFHEART ein weites Spektrum ihres Könnens abgedeckt. Egal, ob episch und furios, cineastisch oder wunderbar melodisch, es war alles dabei. Alles fließt organisch zusammen. Man merkt dem Album an, mit wie viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Die bisherigen WOLFHEART-Alben haben bislang immer ein Extrem weiter erforscht und nun kommen alle entdeckten Elemente zusammen und bilden etwas Großartiges. Der Anteil an symphonischen Klängen ist nicht erdrückend geworden, sondern absolut gleichberechtigt zu dem typisch finnischen Death Metal, der unbarmherzig nach vorne prescht. Im weiteren Verlauf duellieren sich diese Elemente immer wieder aufs Neue. „Forge With Fire“ greift sowohl die Einsprengsel des Klaviers von „The Saw“ auf, geizt aber dann auch nicht mit einigen nackenbrechenden Momenten, die danach schreien, live zelebriert zu werden. Fast am Ende von „Constellation Of The Black Light“ angekommen, überrollt „Warfare“ alles, was noch stehen sollte. WOLFHEART beginnt diesen Song mit einer unfassbaren Raserei und legen den bislang mit Abstand schnellsten Song vor, den sie bislang geschrieben haben. Wenn im weiteren Verlauf herrlich melodische Passagen den Song bestimmen, möchte man einfach auf die Knie gehen, das Songwriting zeigt auch bei Album Nummer 4 keinerlei Abnutzungserscheinungen und begeistert. Definitiv am Ende angekommen, bleibt ein wenig Platz zum Durchschnaufen. Ein wilder Ritt liegt hinter dem Hörer, der geschunden, ergriffen und mit Sicherheit auch glücklich mit „Valkyrie“ das Ende vor sich sieht. Ein drückender, von Midtempo geprägter Song, der noch mal alle Schlüsselelemente aufgreift und langsam in einer tollen Melodie im Nichts verschwindet…

 

Nachdem man von WOLFHEART knapp über 40 Minuten dem schwarzen Licht ausgesetzt war und langsam in die Realität zurückkehrt, bleibt ein klares Fazit. Produktion? Wunderbar klar, differenziert und brutal heavy. Die Songs? Das übergroße „Everlasting Fall“ überstrahlt jeden anderen Song des Album und lenkt anfangs stark von den anderen, keinesfalls schlechteren Songs ab. Tuomas Saukkonen spinnt seine Vision von cineastischen Death Metal finnischer Prägung konsequent weiter und zeigt, wie man 2018 in diesem Sub-Genre einen hochkarätigen Output ohne erzwungenen Klargesang oder poppigen Strukturen abliefert. Die Reise ist noch lange nicht zu  Ende und man darf gespannt sein, was da noch kommen wird!

Kevin Hunger / 28.09.2018

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